Beide Begriffe meinen im Alltag dasselbe Teil, sind aber nicht gleich präzise. Überwurfmutter ist der Oberbegriff für jede Mutter, die über ein Gegenstück greift, und wird ebenso bei Kunststofffittings, Klemmringverschraubungen und in der Hydraulik verwendet. Nutmutter benennt genau die gerillte Ausführung nach DIN 11851, die Sie hier finden. Wenn Sie nach einer Überwurfmutter für eine Milchleitung suchen, ist dieses Teil gemeint.
Ohne Nutmutter bekommen Sie eine DIN 11851 Verbindung nicht dicht. Sie liegt lose über dem Kegelstutzen, dreht auf das Gewinde des Gegenstücks und drückt dabei Konus und Profilring an ihren Platz. Die gerillte Außenseite gibt Griff mit der Hand, und mit einem Hakenschlüssel ziehen Sie weiter an, wenn die Leitung unter Druck steht. Die Nutmutter ist ein Verschleißteil: Gewinde und Rillen geben mit der Zeit nach.
Prüfen Sie das Gewinde jeder Nutmutter bei der Reinigung. Läuft sie schwer, bleibt sie auf halber Strecke stehen oder flachen die Rillen ab, dann tauschen Sie sie sofort. Ein verschlissenes Stück fühlt sich fest an, ohne es zu sein, und das merken Sie erst, wenn die Verbindung unter Druck leckt. Halten Sie deshalb von jedem gängigen Maß ein paar Nutmuttern an der Anlage bereit.
Das Maß folgt der DN-Angabe der Verschraubung, nicht dem Außendurchmesser des Teils selbst. Es gibt einen Unterschied zwischen der DIN-Reihe und der ISO-Reihe, mit abweichendem Gewindedurchmesser bei gleichem DN. Messen Sie im Zweifel das Außengewinde des Gewindestutzens und vergleichen Sie den Wert mit der Tabelle beim Artikel, bevor Sie bestellen.
Von Hand anziehen und danach eine Vierteldrehung mit dem Schlüssel reicht in den meisten Fällen. Mehr Kraft verformt den Profilring, und dann dichtet die Verbindung schlechter statt besser. Verwenden Sie bei Edelstahl immer eine Montagepaste mit Lebensmittelzulassung, denn Edelstahl auf Edelstahl neigt zum Kaltfressen. Ein festgefressenes Stück ist praktisch immer verloren.
Es gibt auch eine geschlossene Nutmutter, mit der Sie einen Abgang verschließen, den Sie gerade nicht nutzen. Sie funktioniert genauso, hat aber einen Boden. Auch dort gehört ein Profilring dazu, weil die Abdichtung auf dieselbe Weise erfolgt wie bei einer durchgehenden Verbindung.
Die geschlossenen Ausführungen stehen bei den Blindmuttern und Blindstutzen. Die Schlüssel zum Anziehen finden Sie bei den Hakenschlüsseln und die Ringe darunter bei den Dichtungen. Notieren Sie bei einem Wechsel das Maß, dann bestellen Sie beim nächsten Mal sofort die richtige Nutmutter. Wer je Maß eine kleine Reserve vorhält, verliert bei einem Leck keine Produktionszeit. Prüfen Sie beim Wechsel auch gleich den Konus des Gegenstücks, denn eine beschädigte Dichtfläche macht jede neue Mutter wirkungslos.
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